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Messebesuch Bauen und Energie – bin ich blond ?


Mein Verlobter hat mir ja schon genug Erklärungen geschickt und Einschulungen gegeben, das habe ich jetzt auf der Messe auch gut gebrauchen können. Aber Unterscheidungen zu Produkten selbst werde ich nie anstellen können. Beispiels Passivhausfenster: Der Hersteller zum linken Fenster dämmt den Rahmen mit Zellulose, der rechte bietet sein Fenster mit Vollholzrahmen an, was ist zu bevorzugen ??



Interessant wurde es bei einem anderen Fensterstand, da wurde ich nicht ganz ernst genommen, oder doch ? Jedenfalls wollte ich die diversen Leistungswerte der Fenster hinterfragen, beispielsweise den ug-wert getrennt vom uw-Wert. (Fensterrechner aus dem Internet) Was der ug-Wert ist (G=glass) hat der liebe Herr nicht gewußt, wollte mich aber belehren daß der GU-Wert die Dämmstärke des gesamten Fensters beschreibt ! Den kannte ich wieder nicht, bis ein anderer Herr kam der seinen Kollegen aufklärte daß es keinen GU-Wert gäbe !!

Standort des Missverständnisses…

Woraufhin der Verursacher dieses Missverständnisses sich entschuldigte und meinte “das habe er mit der Abkürzung für “GeneralUnternehmer” verwechselt. Es leben die Fachberater auf solchen Fachmessen….

Noch eine Spezialaufgabe habe ich bekommen, für meine Hypokaustenwand soll ich nach einer Alternative zu den teuren Sand-Kalksteinen suchen ! Diese sollen ein Loch für die durchströmende Luft und viel Speichermasse haben, zudem aus ökologischem Material hergestellt werden. Dankeschön für diese Aufgabe, aber vielleicht passen diese Steine, nehme Prospekte mit.

Natürlich muss auch eine zentrale Staubsaugeranlage her, ob das von der ÖKOBILANZ her wichtig ist weiss ich nicht, aber für meine eigene Energiebilanz sehr wohl…

Und noch ganz wichtig ist das Thema Türen, mit einer Sicherheitstüre fühle ich mich als ehemalige Landpomeranze schon wohler. Wenn gleich die auch nicht so schön sind. Auch da gibt es unterschiedlichste Ausführungen und Verwirrungen. Während es bei 2 Herstellern zu normalen Sicherheitstüren nur Unterschiede im elektronischen Bereich gab -einer hat eine Digitalkamera mit Bewegungsmelder als Türspion, dafür der andere einen Fingerprint-Check statt einem Schloss – hat ein dritter Hersteller eine Stahltüre im Angebot.

Die Stahltüre kommt für meinen hochgedämmten Dachbodenausbau nicht in Frage, da gibt es vermutlich Probleme mit den Dämmwerten ! Zwar sind die Hohlräume gut gedämmt, aber die Stege auch wieder eine “gute” Wärmebrücke !!

Sicherheitsklasse 3 soll ausreichend sein, der Unterschied zur Klasse 4 sei für den klassischen Wohnungseinbruch irrelevant. Da der Einbrecher sich mit ausreichend Zeit und Werkzeug ohnehin auf das Schloss konzentriere, und das sei in beiden Klassen gleich. (Laut Ö-Norm)

Viel schöner sind da die Auswahlmöglichkeiten bei Innentüren, habe mich sehr verliebt in diese Schiebetüre:

Auch so ein kleines Dampfbädli gefällt mir sehr gut, aber da ist noch Zeit, aber nicht wirklich !! (Einzug im Mai geplant)

Der absolute “Anti-Christ” sind für mich chemische Baustoffe dieser Art –> ISORAST – Mauersteine aus Styropor (Polystyrol, EPS )! Da werden ganze Wände aus dem aufgeschäumten Zeugs aufgestellt, “Lego meets Barbie” ! Der Hersteller wirbt mit 25.000 aufgestellten Häusern, aber gut es gibt vermutlich auch 100.000e Blechbaracken, und die Leute die da drin wohnen hätten vermutlich auch lieber ein massives oder Ziegelhaus ?! Ich möchte ja nicht mit den klassischen Argumenten zum Brandfall kommen, aber mittlerweile habe ich gelernt daß Speichermasse für solare Energiegewinne und Phasenverschiebungen (Tag-Nachtspeicher) wichtig ist. Und wie lebt es sich in einem “Erdölhaus” ? Na ja, jedem das seine…


8 Kommentare auf: “Messebesuch Bauen und Energie – bin ich blond ?”


  • Michaela Busch

    Hi Mira, da denke ich sind die Fenster mit Vollholz besser als mit Plastik welche mit Faser angefüllt werden ?! Holz bleibt Holz, und der Nachteil mit dem Anstrich fällt ja durch die Alu-Blende weg… Welche sind günstiger ?



  • Michael

    Hi Mira,
    die Kommentare gegen Isorast sind einfach nur plump und dämlich! Du erhebst haltlose Argumente ohne nachzudenken. Die “guten” konventionellen Steine strahlen z.B. radioaktiv und gasen z.T. aus. Lebensmittel werden in Styropor verpackt und es wird zum Auflockern unter Erde gemischt, bei Sachen, die DU isst.
    Ich wohne in so einem Haus und es ist ein bedeutend besser Wohnkomfort im Vergleich zu meiner vorherigen Wohnung. Im übrigen ist das Haus, so wie jedes Passivhaus mit Isorast permanent durch eine Lüftung mit Wärmetauscher belüftet. Es ist gut, dass das Material keine Wärme speichert, das macht nämlich mein Wärmetauscher.

    Gruß Michael



  • Mira

    Hallo Michael, sorry wenn ich Dir hier zu nahe getreten bin, das wollte ich nun wirklich nicht. Auch nach Stunden im Internet und Gesprächen mit einzelnen Sonderfachleuten ist es nicht möglich mit seiner Meinung immer richtig zu liegen.

    Es gibt aber ein paar Punkte die mir bei den Isorast-Argumenten merkwürdig vorkommen:(Gilt für Styropor allgemein)

    Ratten wurden in einer “staatlichen Versuchsanstalt von Wien” den Schwelgasen von EPS; Holz usw. ausgesetzt. Nur EPS haben sie überlebt ! Klingt ja toll, liegt aber vermutlich daran dass EPS zu 98% aus Luft und 2% aus Polystyrol besteht. Somit keine Masse hat. (Was aber für die Wärmespeicherung im winterlichen Passivhaus WICHTIG wäre) Und wie seriös sind zitierte Studien welche nicht näher beschrieben werden, bzw, nicht einmal den Namen der “Versuchsanstalt” nennen ?

    Andere, meiner Meinung nach seriösere Quellen sagen anderes:

    http://www.biomess.de/styrol_toxizitat.html

    Oder die Polystyrolpartikel im Blut:

    http://www.ikaoe.unibe.ch/veranstaltungen/ws0607/vortragsreihe/Referat_Gehr/Referat_Gehr.pdf

    Wissenslücken zu Langzeitauswirkungen?:

    http://www.hamm-chemie.de/k9/k9te/02.pdf

    Zunahme von PBDE in Muttermilch seit 1972:

    http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/umweltmedizin/ergebnisse_muttermilchuntersuchungen.htm


    Und die Argumente “so schlecht können Polystyrol-Verpackungen nicht sein, werden ja Lebensmittel damit eingepackt” nützen wohl eher der Industrie als dem konsumierenden Menschen.(Ich gebe mir oder den Kindern keine Plastik-Styroporverpackten Lebensmittel)

    http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/produkte/doc/alltagsprodukte/kunststoffe.pdf

    (Sogar MCD ist auf Kartonverpackungen übergegangen)

    Chemikalien die kaum auf gesundheitliche Auswirkungen untersucht wurden:

    http://www.greenpeace.at/uploads/media/Polybromierte_Flammschutzmittel.pdf

    Das nächste vermutlich rein populistische Argument der Polystyrol-Industrie ist die Sache mit den Bienenvölkern die in einem Styroporhaus bis an den Rand der Box wohnen, in einem Holzhaus aber angeblich nicht.(Kuscheln sich da nur in der Mitte zusammen) “Bienen wissen was ihnen gut tut” oder liegt es doch daran dass Styropor besser dämmt und die Bienen DAS möchten ?
    (Im Übrigen finden sich auch in nachweislich ökologisch bedenklichen Dämmstoffen wie Glaswolle Insekten ein, ein Thor der denkt das Tiere wissen was gesund ist
    (weiters soll Styropor im ökologischen Landbau nicht zugelassen sein!?)

    Zur Toxizität von “Styrol” :
    http://www.biomess.de/styrol.html

    Keine “Ausgasung” von Radon im Styropor” – das Problem ist der Baugrund/Boden der gegen den natürlichen Radongehalt isoliert werden muss. Der Radongehalt wird demnach -ohne Bodenisolierung- in Stein-Ziegel- oder Styropohäusern ähnlich hoch sein.

    Info zum Thema:

    http://www.schattenblick.de/infopool/natur/chemie/chula207.html

    oder Seite 26, 27:

    http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab61.pdf

    Giftige Lebensmittelverpackungen:

    http://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/serie-verpackung/index.html

    Und zu guter Letzt dürfte man Dir betreffend WÄRMETAUSCHER und WÄRMESPEICHERUNG die falschen Informationen gegeben haben. Aber nachdem ich ja je nach Sonnenstand blond aussehen dürfte lasse ich gescheitere für mich schreiben ;-)

    Das Lichtenfelser Experiment:

    http://www.dimagb.de/info/bauphys/daedaeni.html#experiment

    Obwohl ich mit dem Herren Konrad Fischer nicht so ganz einverstanden bin, der ist mir zu radikal und kommt mir teilweise auch sehr populistisch rüber. Aber im Kampf gegen die übermächtige, und der menschlichen Gesundheit wenig wohlkönnenden Industrie, muss man das vermutlich sein….

    So, ich hoffe ich habe Dir nun ausreichend Zeit und somit auch Respekt entgegengebracht, und meine Haarfarbe ist wieder etwas dünkler geworden, will ja nicht “dämlich” sein ;-)



  • Petra M.

    Nach einer Doku im Fernsehen über Plastikverpackungen auf Lebensmitteln und der potentiellen Gefahr von Schadstoffübertragung, kauf ich auch keine verpackten Lebensmittel mehr. Keiner weiss wirklich wie eine weiche Folie reagiert wenn diese direkt am Fisch, Fleisch anliegt! So sensible Messgeräte gibt es gar nicht, und wann welche Menge toxisch ist wird eher durch Lotteriespielen als durch wissenschaftliche Nachweisführung erhoben.



  • di bauer

    radon hat eine halbwertszeit von 8tagen, demnach gut gelagerte putze und steine kein problem darstellen. die jeweilige radonbelastung hängt vom bodengrund und der region ab, daher die forderung den boden gut mit diffusionsdichten materialien abzudecken. aber auch die hersteller von expandierten polystyrol-mauer”steinen” sind schon drauf gekommen das im innenbereich klimaregulierende massen wichtig sind. weil ja das polystyrol nicht kann wird auch dazu übergegangen innen lehmputze und biologische putze anzubringen. zyniker könnten meinen das ist so wie wenn man zu fettem schlagobers (eps) karotten (lehmputz) ist. hier gehts ums geschäft, um geschäftsideen, für jede idee finden sich vordergründige argumente welcher der konsument auch dankbar annimmt. (und selten hinterfragt) ich bin da miras meinung, da wo man wohnt, viel zeit verbringt, seine kinder aufzieht, sollte man jedes risiko -wenn schon ansatzweise bekannt- vermeiden. wir hören heute schon “ab und an” das handyfonieren bedenklich ist, einige vorsichtige und aufmerksame menschen reduzieren das telefonieren,oder halten das handy nicht mehr ans ohr (auch die ohrstöpsel führen die strahlung direkt ins ohr!) die meisten aber wachen erst auf wenn die ersten krankheiten anerkannt werden. und das kann lange dauern…



  • Konrad Fischer

    Das Entscheidende beim energiesparenden Bauen ist doch die Wirtschaftlichkeit, also die Kosten-Nutzen-Analyse. Wenn die Einsparungen die Energiesparinvestitionen nicht reinbringen, ist doch alles für die Katz. Und genau das ist der Fall bei kritischer Betrachtung all der Aufwendungen rund um Fassadendämmung und Wärmeschutzfenster.

    So zeigt es sich jedenfalls bei allen Berechnungen, die ich als EnEV-Sachverständiger mache. Ergebnis: Befreiung gem. EnEV § 25.

    Tipp: Erst nachrechnen, dann entscheiden.

    Viel Erfolg!

    Konrad Fischer
    Dämmskeptiker



  • Mira

    Oh, prominenter Besuch in meinem Blog, das freut mich sehr. Aber es geht ja bei der Passivbauweise nicht nur um eine Kosten-Nutzen-Rechnung bei Dämminvestitionen. Es geht um das Raumklima, um Lebensqualität allgemein. Gerade im innerstädtischen Bereich bietet die Möglichkeit Fenster nicht öffnen zu müssen auch ein mehr an Ruhe und unverschmutzter Luft. Dementsprechend ich ihren Feldzug gegen die Dämmung allgemein nicht ganz verstehe. Da ja ein wesentlicher Teil davon ;-)



  • marina

    Hat zwar nicht mehr viel mit dem Ausgangsthema zu tun, aber: Mira, ich finde die links sehr hilfreich und interessant! Ich habe auch letztens eine Doku über Plastikverpackungen gesehen und vermeide jetzt auch so einiges, z.B. kaufe ich nur noch Wasser in Glasflaschen.




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